Mini-KI-Film Experiment “Die letzten Zwei”

Ich liebe es, zu experimentieren. Und ich mag es, kleine Filmchen zu erstellen. Was also lag näher, als mit den neuen KI-Tools einen knapp 2-minütigen Film zu erstellen. Eine post-apokalyptische Szenerie mit zwei Protagonisten und einem “Ereignis”, der Rest wird nicht verraten, sonst wäre es ja langweilig. Nachdem ich mir zunächst einige Fertigkeiten im Bereich der Bilderstellungs-KI “Midjourney” und der Videoerstellungs-KI “Runway ML” angeeignet habe, fing ich an zu experimentieren. Es machte mir tatsächlich unglaublich viel Spaß und es vergingen viele, sehr viele Stunden… Es ist also keineswegs so, dass man ein paar Zeilen eintippt und einen fertigen 2-Minuten-Clip geliefert bekommt – so wie man das vielleicht von ChatGPT bereits kennt, wenn es um Texte oder Ideen geht. Jedenfalls bis heute ist sehr viel Arbeit und Ausdauer notwendig. Das kann morgen, oder sagen wir mal, in zwei bis fünf Jahren wieder ganz anders sein, davon gehe ich ganz stark aus. Insgesamt habe ich ca. 40-50 Stunden damit verbracht, um diesen knapp 2-minütigen Film zu produzieren, und acht Tools/Programme für Video und Audio benötigt – ja ich weiß, eigentlich völliger Wahnsinn!! “Der muss Zeit haben” werden nun einige denken… 😉

Am Schwierigsten war es, die beiden Charaktere halbwegs “ähnlich” und vor allem “menschlich” aussehen zu lassen, damit auch die (langsamen) Bewegungen möglichst real erscheinen. Mit Gefühlen und Regungen kann die KI allerdings noch nicht so gut umgehen, und das ist meiner Meinung auch gut so. Zudem waren jede Menge Versuche notwendig, um gewünschte Motive/Effekte/Darstellungen etc. zu erhalten weil die KI-Tools dann doch sehr dem Zufallsprinzip unterworfen sind. Ein Effekt, der auf der anderen Seite jedoch sehr interessante und überraschend gute Ergebnisse lieferte. Aber auch, dass die beiden Protagonisten immer die (einigermaßen) selbe Kleidung in den jeweils gleichen Farben tragen, war bei der Erstellung der einzelnen Bilder eine Herausforderung für sich. Auch wenn man die “Prompts”, also die Befehle, für die KI entsprechend formuliert, macht sie mal dies, mal das… , also meist ziemlich willkürlich. Ich brauchte also teilweise irre viele Versuche, um ein einziges brauchbares Bild zu bekommen. Das komplizierteste waren die Bilder und Aufnahmen, auf denen beide menschlichen Charaktere gleichzeitig zu sehen sind, hierfür benötigte es Bildbearbeitungstools, die KI ist hiermit noch völlig überfordert.

Ein kleines Highlight war für mich das Ergebnis des Videosongs “Endless Night”, der am Ende des Videos zu hören ist. Hierfür habe ich die Song-KI “Udio.com” verwendet, und ich war völlig fasziniert, was damit alles möglich ist – und wie einfach das ist!! Aber es ist auf der anderen Seite auch erschreckend, wie die Technik die Kreativität und Individualität der menschlichen Musikkomposition “ad acta” legen kann…

Kurios wurde es kurz vor der Fertigstellung beim Videoschnitt, als komplett alle!!! Daten weg waren. Der nagelneue USB-Stick, auf den ich alles gespeichert habe, ging kaputt, und ich legte mir keine Kopien an! Aber zum Glück waren die fertigen Bilder und Videosequenzen noch auf den entsprechenden KI-Plattformen vorhanden, sodass ich mir diese nochmal raussuchen konnte. Sehr schade ist es allerdings trotzdem gewesen, weil ich den Prozess der Produktion nun nicht mehr für mich dokumentieren kann. Hat hier ein KI-Gott eingegriffen, ist das Video so schlecht oder wer wollte mir in die Suppe spucken? 😉 Überzeuge dich gerne selber und lass mir einen Kommentar hier – schalte am Besten auch den Ton unbedingt an! Viel Spaß! 🙂

Anteil an der Videoproduktion:

Bildergenerierung: Midjourney V6 ca. 60%

Clip-Erstellung: Runway ML Gen-2 ca. 35%

Detailbearbeitung: Canvas, Photoscape, Picsi.AI InsightFaceSwap ca. 5%

Videoschnitt: Movavi Video Editor

Audio-Effekte: Pixabay (kostenlos)

Song „Endless Night“: Udio

Wenn die das Video gefallen hat, kannst du mir gerne eine Spende via Paypal zukommen lassen:

https://tinyurl.com/2mmbs8u4

Comments

  1. Crissi says:

    Lieber Alex…bin glaub die erste, die “dein” Werk grad frisch ab KI-Presse gesehen hat.
    Aaaalso: die Abhandlung erschreckend realistisch, der Schlusssong und die Blumen lassen hoffen. Ein durchaus realistisches Szenario.
    Doch ich selbst, bin nicht die Freundin der KI Technologie, bzw. nur in geringem Masse, man nutzt sie ja bereits fast unmerklich alltäglich.. Aber, sobald der Mensch, im Fall eines Filmes, die Schauspieler, im Falle eines Kunstwerks, der Künstler, Maler, ersetzt, ja, überflüssig wird, hat es für mich Grenzen. Was ist dann noch des Menschen Fähigkeiten? Wird er mit KI nicht absichtlich dumm gehalten und steuerbar? Transhuman? Gewisse Leute erträumen sich Transhumane Menschen…
    Schöne neue Welt…da waren wir doch schon mal.
    Nichtsdestotrotz, möchte ich deine Kreativität und Fertigkeiten anerkennen. Hut ab und meinen Respekt hast du, denn schlussendlich kam die Idee der Handlung von dir und nicht von der KI. Eine falsche Pulloverfarbe, plötzlich eine andere Augenfarbe, würde den Beobachter empfindlich stören, daher, wie du es selbst sagst, alles kann sie nicht, die KI und es braucht (noch?) einen aufmerksamen Kreator. Du.
    Liebe Grüsse und weiterhin viel Freude damit, Crissi

  2. Alex Miller says:

    Liebe Crissi,
    wir sind mittendrin in dieser Zeit der Transformation. Alles kann so oder so verwendet werden. Wenn man bedenkt, wie einfach es ist, irgendwelche Fake-Videos zu erstellen und als Präsident einer Nation den Krieg zu erklären, ist das schon sehr erschreckend. Nicht alles an der technischen Entwicklung ist schlecht. Per App eine Fahrkarte kaufen, den Fahrplan oder die Verkehrslage checken, finde ich persönlich klasse. Allerdings dürfen wir niemals zu 100% auf die digitalen Möglichkeiten setzen, da es immer Menschen geben wird, die nicht mitkommen – oder auch nicht wollen, und das muss respektiert werden. Ich sehe eher die Gefahr, dass Menschen auf der Strecke bleiben oder eine Regierung durch digitales Geld alles überwachen und kontrollieren kann. Da sollten wir achtsam sein und nicht alles abnicken.
    Herzliche Grüße
    Alex

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